Smarthome mit Shelly für Anfänger – Shelly 1PM Mini
Smart Home klingt für viele erstmal kompliziert: Multiroom, Zigbee, Matter, Thread, Relais, Dauerstrom, Smart Meter, App-Steuerung. Dabei ist das Grundprinzip oft viel einfacher, als man denkt. Ich habe kürzlich selber meinen ersten Shelly verbaut und erkläre hier kurz und knapp was dieser kann und im Video auch wie ich dazu gekommen bin.
In diesem Beitrag zeige ich dir Schritt für Schritt, wie sich eine ganz normale alte Lampe (aus den 70ern ;)) in ein smartes System verwandeln lässt – und was dabei technisch wirklich passiert. Die Beispiele sind bewusst simpel gehalten und bauen aufeinander auf. Zu jedem Aufbau findest du passende Bilder, damit du direkt siehst, was gemeint ist. Alle hier gezeigten Schaltungen sind Musterbeispiele. Vor der Inbetriebnahme ist zwingend die Prüfung und Abnahme durch einen qualifizierten Elektriker erforderlich.
Wenn du bisher noch keine Berührung mit Shelly oder Smart Home hattest, oder nur wenig Basiswissen hast, was zum Beispiel ein Shelly 1PM Mini gen3* / Shelly 1PM Mini gen4* ist und wissen möchtest ob es dir in deinem Zuhause vorteile bringen könnte, bist du hier genau richtig. Um alles von grund auf zu verstehen habe ich 5 Aufbauten vorbereitet wobei Aufbau 4 die realität bei den meisten zuhause zeigen wird und Aufbau 5 die aus meiner Sicht optimale Lösung.
1. Dauerstrom direkt zur Lampe – die einfachste Variante
Wir starten mit dem absoluten Grundsetup: Eine Abzweigdose versorgt die Lampe direkt mit Strom.
Die Lampe bekommt dauerhaft Strom und leuchtet durchgehend. Es gibt keinen Schalter, keine Steuerung, einfach nichts.
Technisch ist das die simpelste Lösung überhaupt. Im Alltag aber eher unpraktisch, weil du keine Möglichkeit hast, das Licht bequem zu steuern. (außer Birne rausdrehen / reindrehen oder über die Sicherung im Stromkasten)

2. Dauerstrom + smarte Shelly Birne
Jetzt wird es zum ersten Mal „smart“ – und zwar ohne etwas an der Verkabelung zu ändern.
Die Lampe bekommt weiterhin dauerhaft Strom. Der Unterschied: Statt einer normalen Birne verwendest du eine Shelly Smart Bulb* oder ähnliche Shelly Birne.
Die Steuerung passiert jetzt direkt in der Birne: Du kannst sie per Shelly Smart Control App ein- und ausschalten, Zeitpläne erstellen, dimmen oder sie mit anderen Geräten verknüpfen.
Das ist der einfachste Einstieg ins Smart Home, weil du nichts umbauen musst und für Shelly wird auch keine weitere Hardware wie eine Smart Home Bridge etc. benötigt. Einfach ins zuhause vorhandene WLAN einbinden und schon kannst du deine Birne von überall auf der Welt steuern. (Internetanbindung vorausgesetzt)

3. Dauerstrom + Shelly 1PM Mini (gen3 / gen4)
In diesem Schritt wandert die „Intelligenz“ aus der Birne in die Verkabelung.
Die Lampe bekommt weiterhin Dauerstrom mit dem Unterschied, dass vor der Birne nun noch ein smartes Shelly Relais – in diesem Fall der Shelly 1PM Mini gen3 geschaltet wird. Dieses kleine Modul steuert den Stromfluss zur Lampe. Dieses Relais kann genau so wie aus dem Beispiel zuvor in der Shelly App eingebunden werden und funktioniert als Smarter Schalter. Der Stromfluss kann aktiviert und deaktiviert werden, sodass dadurch die Lampe ein bzw. ausgeschaltet wird. Das hat einen großen Vorteil: Du kannst ganz normale Leuchtmittel verwenden und trotzdem alles per App steuern.
Ein- und Ausschalten, Zeitpläne oder Automationen und mit diesem Shelly sogar Strommessung – alles funktioniert, ohne dass die Birne selbst smart sein muss.

4. Klassischer Lichtschalter – der Standard
Jetzt schauen wir uns die Lösung an, die wir so oder so ähnlich in fast jeder Wohnung finden. Zwischen Stromquelle und Lampe sitzt ein Lichtschalter. Dieser unterbricht den Strom, wenn du ihn ausschaltest. Dies klingt fast so wie aus dem vorherigen Beispiel, nur mit dem unterschied, dass es nicht per App sondern mit einem physischen Schalter funktioniert. Das ist zuverlässig und einfach – aber eben nicht smart. Keine App, keine Fernsteuerung, keine Automationen.

5. Lichtschalter + Shelly 1PM Mini
Jetzt kombinieren wir die klassische Installation mit Smart Home. Der Lichtschalter bleibt ganz normal erhalten und kann auch wie gewohnt benutzt werden, aber zusätzlich wird ein Shelly 1PM Mini gen 3 eingebaut.
Das Ergebnis: Zusätzlich zur gewohnten Bedienung am Schalter kann zusätzlich auch per App geschalter und verwaltet werden. Die Steuerung funktioniert unabhängig vom Schalter, da der Shelly auch ohne aktivierten Schalter den Stromkreis schließen kann.
Das bedeutet, selbst wenn der Schalter „aus“ ist, kannst du das Licht über die App einschalten. Das System wird deutlich flexibler, ohne dass du auf die alte und doch gewohnte Bedienung verzichten musst. Ich hatte immer Diskussionen mit meiner Freundin, die absolut kein Smart Home verwenden möchte. Sie kann weiterhin ganz normal den Lichtschalter nutzen, aber ich kann auch per App die Lampe ein- / ausschalten ohne den Schlater nutzen zu müssen. Die meisten anderen Systeme neben Shelly lassen sich nur per App bedienen, solange der Schalter eingeschaltet ist, da ansonsten kein Strom an der Fassung ankommt. Zusatzinfo: Wer keinen Schalter sondern einen Taster hat, kann dies auch entsprechend in der App einstellen.

Fazit: Wo sitzt die „Intelligenz“?
Wenn man es einmal verstanden hat, ist das ganze Thema gar nicht mehr kompliziert. Für Einsteiger ist die Kombination aus klassischem Lichtschalter und Shelly-Modul oft die sinnvollste Lösung. Sie verbindet das Gewohnte mit den Möglichkeiten eines Smart Homesystems, dass z. B. dank Integration von Matter auch zukunftsfähig ist.
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